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sonntag: lutaretir

Reciprocal arrangements

“Among other things, you’ll find that you’re not the first person who was ever confused and frightened and even sickened by human behavior. You’re by no means alone on that score, you’ll be excited and stimulated to know. Many, many men have been just as troubled morally and spiritually as you are right now. Happily, some of them kept records of their troubles. You’ll learn from them—if you want to. Just as someday, if you have something to offer, someone will learn something from you. It’s a beautiful reciprocal arrangement. And it isn’t education. It’s history. It’s poetry.”

― J.D. Salinger, The Catcher In The Rye

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samstag: open up!

Dr. Dr. eigenb. Rainer Erlinger

Es geht nun schon eine Weile durch die Presse. Dr. Dr. Rainer Erlinger, der einst moralisierende Erklärbär der Süddeutschen Zeitung, der Antwortgeber für alle Schein- und Luxusprobleme der oberen Millionen und das rhetorische Sofakissen der Münchner Schickeria klagt auf Eigenbedarf, um in seinem Wohneigentum, einem Berliner Mehrfamilienhaus, angemessen wohnen zu können. Und wie finde ich das? Das wurde ich neulich tatsächlich von prominenter Stelle gefragt.

Sehr geehrter 1stklaas,

ich freue mich, dass Sie wieder auf Ihrer Website aktiv sind und finde Ihren Blog sehr gelungen, wenn auch manchmal etwas platt. Zudem würde ich mir mehr Bilder von schönen Frauen und Männern wünschen, bevorzugt Brasilianer*innen. Jetzt aber zu meiner Frage:

Ich bin Eigentümer eines Mehrfamilienhauses in Berlin und möchte jetzt auf meine alten Tage dort alle Wohnungen gleichzeitig sanieren und beziehen, da sich durch meine zahlreichen entspannten Tätigkeiten, doch einiges an Geld angesammelt hat. Nun wohnen da aber noch einige schmuddelige Berliner Mieter drin und die klage ich derzeit raus, was auch ganz gut läuft. Ist das so in Ordnung oder sollten diese schäbigen Kakerlaken dort weiter wohnen dürfen?

Ihr ergebenster Dr.² Rainer Erlinger

Sehr geehrter Herr Dr. Dr. Rainer Erlinger,

ich verstehe Ihren Konflikt, denn auch ich finde es schwierig ohne ein eigenes Mehrfamilienhaus zu leben. Ich kann Sie aber beruhigen. Es ist völlig in Ordnung, wenn sie Ihr Wohneigentum ganz allein für sich und Ihren Schoßhund beanspruchen. Denn das ist schon immer so gewesen.

Schon die ägyptischen Pharaonen hatten einen erheblichen Platzbedarf, sogar nach dem Tod, weshalb sie sich erst Paläste und dann Pyramiden zur Unterkunft erbauen haben lassen. Römische Kaiser, französische Könige, amerikanische Präsidenten. Die letzten Jahrtausende waren durchgehend von einer kleinen, privilegierten Oberschicht geprägt, die absurd große Anwesen bewohnt hat, selbst wenn im übrigen Land Not herrschte.

Dagegen sind Sie ein Wohltäter sondergleichen!

Es ist auch völlig egal, dass sie jahrelang gegen Geld und öffentlichkeitswirksam ethische und moralische Fragen beantwortet haben, denn Doppelmoral ist eine anerkannte Verhaltensstrategie, die selbst mir nicht unbekannt ist. Und da Sie Ihre Kolumne nicht mehr betreiben, ist auch insoweit kein Schaden zu erwarten. Alles Tutti also!

Nur eins noch: Sollten Sie merken, dass Sie sich doch nicht so ganz wohl fühlen, im neuen Luxusheim, dann melden Sie sich doch. Ich suche gerade und würde sogar Ihren Januskopf über’m Kamin übernehmen!

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freitag: science please

Harari bei Alles Gesagt

Der Globalintellektuelle Harari im Zeit Podcast.

https://www.zeit.de/gesellschaft/2020-10/yuval-noah-harari-interviewpodcast-alles-gesagt

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donnerstag: celluloid

Dokumentarisches

How to with John Wilson: Brilliante Doku über den Alltag in New York City. Wilson fängt mit einem selbstgewählten Thema an, beschreibt dazu seine Erfahrungen und Ansichten und bebildert das ganze mit treffenden und skurrilen Videoaufnahmen. Auf seinen Ausflügen durch die Stadt trifft Wilson dann auf zahlreiche schräge Charaktere, die die Handlung beeinflussen und ihn in absurde Situationen bringen. Das Problem der Serie ist das Problem jedes überragenden Produkts: Es ist schwer sich danach wieder mit Hausmannskost abzufinden, ich nenne es das Shebakatzenproblem. Maybe just don’t, stay exclusive.

Derzeit nur bei HBO (Max)

Vietnam: In der Arte Mediathek findet sich derzeit die hochgelobte Vietnam Doku von Ken Burns. Auch was für Shebakatzen.

https://www.arte.tv/de/videos/RC-015017/vietnam/

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mittwoch: freakyfuckedup

Die erste Instanz

Ich kam mich gar nicht richtig entscheiden zwischen der WDR-Rassismusverharmlosungsperle „Die letzte Instanz“ und der Schnellverurteilung von Alexei Nawalny, denn beides ist ein fucked-up wert. Zudem ist heute Bezos als Amazon-Chef zurückgetreten, der hier letzte Woche Gast war, auch der hätte eine Season 2 verdient.

Anderer Ansatz: Vielleicht klappt die Bezos-Nummer ja wieder und Putin tritt nächste Woche zurück und der gesamte WDR gleich mit. Vielleicht würde es aber auch reichen, wenn der „Letzte Instanz“ Gast Thomas G-Punkt nach Las Vegas zieht und künftig Großkatzen auf der Bühne mit Fleischstücken füttert, statt seine Empathielosigkeit ggü. Minderheiten zu beweisen, den richtigen Look hat er ja bereits. Da sowas ja nicht gut alleine geht, könnte Joe Exotic helfen, Kitty, Kitty, und wir hätten wieder ein zugkräftiges Paar am Strip. Der gute Joe sitzt blöderweise im Knast, genau wie Alexei Nawalny, der eine wegen versuchter Anstiftung zum Mord und Tierqüalerei, der andere wegen Verst0ßen gegen Bewährungsauflagen, weil er sich nicht Vergiften lassen wollte und deswegen das Land verlassen hat – oder so ähnlich.

Schon dieser kurze Absatz zeigt wie beknackt das alles ist. Fucked-up eben…

Ich wünsche Russland wirklich, dass Menschen dort wieder die Meinungsfreiheit garantiert wird und es ist wahnsinnig wichtig, dass jetzt russische Bürger auf die Straße gehen um zu demonstrieren und sich zu wehren. Ich kann aber auch nichts dafür tun, außer vielleicht mehr Wodka trinken und Gläser an die Wand werfen. Ihr schafft das!

Genauso wichtig ist es, den bräsigen weißen Oberschichtengeschwülsten Einhalt zu gebieten, wenn es um beiläufigen, niederschwelligen Rassismus geht. Es gibt meines Erachtens genau zwei Wege mit Rassismus umzugehen: Null-Toleranz und Null-Toleranz.

Wenn Rassismus humoristisch aufgearbeitet wird, ist das eine andere Sache, denn Humor arbeitet mit Konfrontation, legt den Finger in die Wunde der eigenen Vorurteile, spiegelt, deckt auf. Louis CK (derzeit im Bildungsurlaub(HUMOR!)) und Konsorten zeigen, wie Rassismus bis an die Grenze des Erträglichen humoristisch adressiert werden kann, der WDR zeigt, wie es nicht geht.

Was lernen wir daraus?

Russland macht die Augen auf,
Gottschalk lobt den Tiger,
Putin geht bald Kanu fahren,
Wer ist jetzt der Sieger?

Und da kein Artikel, in dem Joe Exotic erwähnt wird ohne ein Musikvideo des Großmeisters des Contra-Country auskommen sollte… hier bitte schön:

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dienstag: die öffentliche meinung

Game? Stop!

Ein Händler von Computer- und Videospielen wird zum Börsenphänomen. Nicht, weil er sonderlich erfolgreich wäre, nein, die Geschäfte laufen schon lange nicht mehr. Sondern weil er zum Spielball von Marktmanipulatoren(?) geworden ist. Oder einfach nur von einer großen Gruppe gelangweilter Redditer, die gerne Machtspiele spielen und Kohle machen.

Der Ausgangsgedanke ist einfach. Aktien, die abgeschmiert sind und von Spekulanten/Hedgefondsmanagern „geshortet“ wurden, werden massenhaft von der WallstreetbetsRedditcommunity gekauft und der Preis so nach oben getrieben. Die Hedgefonds kaufen dann nach, um die Verluste gering zu halten, was aber wiederum den Preis steigen lässt. Das Modell und wie das alles funktioniert, ist an anderer Stelle deutlich genauer beschrieben, das wissen andere besser.

Was ich besser weiß: Das funktioniert so nicht!

  • Wenn die Börse zum Videospiel wird, haben wir ein Problem.
  • Wenn Geld verdienen auf Knopfdruck möglich ist, haben wir ein Problem
  • Wenn Computer über die Verteilung von Geldmitteln quasi-autonom entscheiden dürfen haben wir potentiell eine Vielzahl von Problemen

Daraus folgen meine durchaus ernst gemeinten Fragen:

  • Brauchen wir die Börse wirklich und wenn ja, welche?
  • Wie kann ich Börse und Wertschöpfung besser verknüpfen?
  • Wieviel Markt braucht der Mensch?
  • Wieviel Markt braucht der Markt?
  • Wie kann ich der Börse die notwendigen Grenzen des Wachstums einimpfen?

Was von Gamestopphänomen übrig bleiben wird, wenn der Spuk in einigen Tagen oder Wochen vorbei ist, das ist die spannende Frage. Genau wie bei digitalen Währungen ist die Schlagzeile vom Potential zu trennen. Während digitale Währungen und Kryptotechnik in den Medien hauptsächlich aufgrund ihrer Wertsteigerungen prominent waren, sind es tatsächlich technische Anwendungen und die Lösung vom staatskontrollierten Finanzmarkt, die sie wirklich interessant machen. Und die Erkenntnis, dass die Börse möglicherweise in ihrer jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß und dringend reformbedürftig ist, ist eine spannendere Erkenntnis, als ein Finanzkrieg zwischen Hedgefonds und einer Armee von Polohemdenträger*inne*n.

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montag: musique

uppers @ spotify

Ich werde in nächster Zeit einige Spotify-Playlisten erstellen und fortlaufend erweitern. Den Anfang macht „uppers“ mit tanzbaren electronic tracks, vor allem von disco, world music oder auch breakbeat geküsst.

Viel Spaß!

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sonntag: lutaretir

Mondnacht

Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff, 1835

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samstag: open up!

Danke

An dieser Stelle möchte ich einfach „Danke“ sagen.

Dank an all diejenigen, die mich groß gezogen haben, die mir etwas beigebracht haben, die Geduld mit mir hatten, die mir die Form gegeben haben.

Ein Dank auch denen, die sich mir anvertraut haben, die ich geliebt habe, die ich liebe, die mich geliebt haben, die mich lieben, die ich umarmen und küssen durfte oder darf, die da waren für mich in schweren Momenten, die da waren für mich in leichten Momenten.

Danke zudem an die, denen ich ein Freund sein darf, die mir zuhören, die mich loben, mit denen ich lachen darf, mit denen ich nach der Wahrheit grabe, die mich herausfordern, die mich inspirieren, die mir widersprechen, die mich anschreien, die mir verziehen haben und hoffentlich verzeihen werden.

Ich danke allen, die sich hier wiederfinden, ihr seid wunderbar!

PS: Mein Freund Jakob möchte, dass ich mich auch beim Schnee bedanke, der heute gefallen ist und bei den vielen Schneemännern, die jetzt da draußen stehen und bange warten, wann ihr kurzes Leben wieder im Boden versickert. Wir sind nicht viel anders als Schneemänner, zum Großteil aus Wasser und viel verletzlicher, als wir zugeben mögen.

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freitag: science please

Wir können alles, außer Hochnacktmull

Was haben Nacktmullen mit Schwaben und Schweizern gemeinsam?

Nein, es ist nicht das Aussehen, es ist die Abgrenzung durch Dialekte.

https://www.spektrum.de/news/jede-nacktmull-kolonie-hat-einen-eigenen-dialekt/1826404

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donnerstag: celluloid

Kaurismäki bei Arte

Arte hat, wie mir mein Vater berichtet hat, derzeit fünf Filme des finnischen Regisseuer Aki Kaurismäki im Angebot. Kaurismäki entführt uns in die Welt der „einfachen Leute“, der „Sonderlinge“, der „Versager“, nur dass sie bei ihm weder einfache Leute, noch Sonderlinge, noch Versager sind, sondern schlicht Menschen. Menschen die ein Problem haben, die einsam sind, die sich nicht anpassen wollen, die aber nicht aufgeben.

Kaurismäki schafft das, was jeder Regisseur erreichen will, er steht für ein bestimmtes Gefühl, das Kaurismäki-Gefühl. Viel Spaß beim Herausschälen!

https://www.arte.tv/de/videos/RC-019963/filme-von-aki-kaurismaeki/

„Ariel“, „Der Mann ohne Vergangenheit“, „Wolken ziehen vorüber“, „Das Mädchen aus der Streichholzfabrik“ und „Das Leben der Bohème“, verfügbar bis Ende April

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mittwoch: freakyfuckedup

Alexa schafft sich ab

Es hat ein paar Wochen gedauert, aber jetzt kommt mein Lieblingsantagonist Jeff Bezos endlich zu seinem Recht, bei freakyfuckedup zu landen. Nicht, weil er die teuerste Scheidung der Geschichte produziert hat (38 Millliarden, danke dafür, da wird es ordentlich tricklen!), sondern weil er einen Namen abgeschafft hat.

  • Alexa, schaff Alexa ab
  • Ok, ich habe Alexa abgeschafft

Oder wie ist es so da draußen, liebe Alexas? Nicht so witzig, wa? Wenn Richard und Stefanie ihr süßes Mädchen taufen wollen, dann doch nicht auf den Namen ihres digitalen Dienstmädchens, so dass das arme Kind danach ein Höllenleben führen darf.

Das ist wirklich bemerkenswert, der Mann kann nicht nur eine Sci-Fi-Serie kaufen, weil sie ihm so gut gefällt, sondern auch einen Namen abschaffen. Ich vermute, dass sowas zuletzt A**** geschafft hat, das ohne Zweifel größte A******** der Weltgeschichte, das deshalb in diesem Blog auch nicht namentlich genannt werden soll, anders als Lord Voldemerz.

Zum Glück ist die Lösung ganz einfach.

  • Alexa, ab heute heißt du Jeff
  • Ok, ich werde ab jetzt auf Jeff hören
  • Jeff, das war ein Spaß, es gibt viel zu viele Jeffs da draußen, damit lösen wir das Problem nicht. Jeff, ab heute heißt du Bezos, so heißt nämlich fast kein Schwein (nur 124!)
  • Ok, ich werde ab jetzt auf Bezos hören
  • Bezos, leck meine Stiefel und zahl ordentlich Steuern!
  • Das kann ich leider noch nicht, aber ich lerne jeden Tag etwas dazu

Als ob wir das nicht schon gewusst hätten…

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dienstag: die öffentliche meinung

Die wichtigste Aufgabe unserer Epoche

Es impft der Mensch, solang‘ er strebt. Und dann? Was machen wir danach? Wofür kann der einwandfrei besorgte Bürger künftig Schilder hochrecken? Welche Initiative verdient unsere Unterstützung? Ich hätte da ein paar Ideen..

Fangen wir mit dem größten unlösbaren Problem der Menschheit an, unserem Gehirn. Ein faszinierendes Produkt der Evolution, ein Monster an Technologie, entwickelt im try-and-error über hunderte Millionen Jahre, jeder Tag ein Kampf, unsere Gedanken entsprechend auf das Überleben fixiert. Tatsächlich? Ja, tatsächlich! Wir gehen Bedrohungen aus dem Weg, kooperieren in Gefahrensituationen und versuchen unsere Lebenssituation stetig zu verbessern oder zumindest zu stabilisieren. Wir sind also sehr gute Überlebende. Aber….

Wir haben eine riesige Schwäche. Wir können nicht gut mit abstrakten und latenten Bedrohungen umgehen, denn diese kommen in der Natur selten vor, sind jedenfalls schlecht erkennbar und wenn mal was schief ging in der Vergangenheit, dann waren es die Götter. Entsprechend werden abstrakte Gefahren ignoriert, verdrängt, angezweifelt oder verniedlicht. Und Einschnitte aufgrund abstrakter Gefahren werden viel weniger akzeptiert, als bei konkreten.

Das ist ein Problem, denn uns läuft die Zeit weg. Wir sind auf dem besten Wege eine Antwort zu liefern, warum wir bisher keinen Kontakt zu extraterrestrischen Lebensformen aufgenommen haben. Ganz einfach, weil die Zeitspanne zwischen der Schaffung einer Technologie, die den Kontakt ermöglicht und der Zerstörung der technologieschaffenden Lebensform sehr kurz ist.

Jeder Tag an dem die Menschheitsentscheider sich nicht ernsthaft mit der Frage der Erderhitzung, dem größten lösbaren Problem der Menschheit, auseinandersetzen, ist eine kleine Katastrophe. Jeder Tag an dem diejenigen, die nicht so viel zu sagen haben, sich diesem nicht bewusst sind, ist ein verschwendetes Potential.

Das Skurrilste dabei ist, die notwendigen Maßnahmen sind im Kern völlig eindeutig und übereinstimmend. Wir brauchen also keinen neuen Plan, es gibt genügend Pläne. Was wir brauchen ist eine wirkmächtige, globale Initiative zur Rettung unserer Zivilisation, die die zahlreichen Pläne ausführt – und zwar asap. Alles was erderhitzend wirkt, darf nur noch in viel geringerem Maße emittiert werden. Wie das geht? Weg mit den größten Emittenten und zwar sofort! Das ist ungefähr so schwer zu verstehen, wie die Anweisung meiner Nachbarin, ich solle meine Musik runterdrehen, sonst rufe sie die Bullen. Laut zu leise. Ich darf also weiterhin ein Hörbuch zum einschlafen hören, das ist ok. Ich kann aber nicht die ganze Nacht laut Musik hören und sagen, dass ich mich morgen früh darum kümmere, sie runterzudrehen. Vorher steht Enrico in Uniform vor meiner Tür und beschlagnahmt die Anlage.

Entsprechend ist auch keine Nulldiät der Emissionen für jegliche Erdbewohner notwendig. Das ist auch gar nicht möglich, weil schon unvermeidliche Flatulenzen (Vollkornbrot!) erheblich klimaaktiv sind. Ich darf auch auf einem klimaokayen Planeten einmal im Jahr fliegen oder eine Tour machen, mit einem kraftstoffsparenden Kfz. Wieviele Emissionen vertretbar ist, das lässt sich ausrechnen.

Was nicht geht, sind die Emissionen des Sektors fossile Energieerzeugung. Ein Kohlekraftwerk, Gaskraftwerk oder eine Ölheizung darf in dieser Welt nicht mehr betrieben werden. Null, nix, niente, weg damit, sofort, da kann ich Gretas Wut verstehen und ich hoffe sehr, dass sie bald wieder die Schlagzeilen bestimmt und vielleicht Anführerin einer internationalen Initiative wird, die diesen grotesken Zustand beendet.

Wir laufen hier in eine Notwehrlage rein und das gefällt mir nicht. Eine mit sich selbst beschäftigte, dauerverängstigte Gesellschaft scheincooler Individualisten, ist ein perfektes Spielzeug für korrupte Politiker und Lobbyisten. Und die Mahner mahnen schon viel zu lange, als dass mir ein PunchOutPlan wahrscheinlich erscheint.

Doch ohne wird es nicht gehen, denn dann werden wir im Permafrostbombenhagel untergehen, die Nahrungsversorgung zusammenbrechen und dann wird es hier richtig ungemütlich! Das müssen wir uns ersparen!

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montag: musique

Jesus, Etc.

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sonntag: lutaretir

Love hits poem

You are so beautiful,
Nothing compares 2 U,
Nothing else matters,
Let me be there for you.

Kiss from a rose,
My heart will go on,
Wonderful tonight.

I got you babe,
In your eyes,
Just the way you are.

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samstag: open up!

Stay-in-reach-out

Jedes Wochenende fühle ich mich ein wenig so wie der Graf von Monte Kreuzberg, im Kerker eingesperrt. Und doch begleitet die selbstgewählte Haft eine gewisse Befriedigung das Richtige zu tun und eine Vorfreude auf postpandemische Glücksgefühle. Das wird ein ganz toller Rausch, wenn wir’s geschafft haben.

Doch was bleibt als Learning?

Ich hämmere mir das Gefühl ein, wie es sich anfühlt so eingeschränkt zu leben, nicht immer meckern, besser den Empathieakku aufladen. Ja, ist halt nicht immer Action. Schon gar nicht für alle. Wir sind nun mal eine limited series mit gewissen Durchhängern.

Aber: Was fehlt denn überhaupt?

Mir fehlt in der Box meines Wohlstandes hauptsächlich der Zufall, die Unvorhersagbarkeit, der blinde Fleck. Das kleine Chaos war immer mein Liebling, mein wildes Steckenpferd, mein kratzbürstiges Kuscheltier.

Kleines Chaos, große Freiheit, wir werden uns bald wieder sehen! Bis dahin heißt es die Größe nach innen zu erspüren und dort ein wenig aufzuräumen.

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freitag: science please

Kurzgesagt

Highly addictive, Sendung mit der Maus 2.0, schön gemacht, nahbar, toll, super, kurz gesagt: Kurzgesagt

Was passiert, wenn man alle Atombomben auf einmal zündet?

https://www.youtube.com/user/KurzgesagtDE

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donnerstag: celluloid

All The President’s Men

Aus aktuellem Anlass und zur Feier der Wiederentdeckung des Konzepts ‚Leader of the free world‘ mal wieder ein Film aus der Mottenkiste. Die beiden Hollywoodgrößen Robert Redford und Dustin Hoffman spielen die Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein. Und irgendetwas kommt den beiden komisch vor am Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei im Watergate Apartment Komplex…

https://www.rottentomatoes.com/m/all_the_presidents_men

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mittwoch: freakyfuckedup

Babyboom

Diese Woche fucked up: Mein Privatleben leidet nicht nur unter Corona, sondern auch unter dem explosiven, ja fast potenziellen Anstieg von Babies. Und wenn ich Babies sage, meine ich nicht die heißen Bräute aus den Musikvideos, die es beide nicht mehr gibt, sondern pissende, scheißende, kotzende Sozialschmarotzer mit mindestens 3 Kilogramm Lebendgewicht. Darunter sind sie meistens tot.

Was also von meiner sozialen Existenz nach Abzug aller Frauen mit denen ich mich kalt verkracht habe, aller Berlinflüchtlinge (Geld oder Liebe) und wieder weggezogenen Zugezogenen übrig geblieben ist, wird nun durch die Pampersarmee plattgemacht, nicht ohne hysterisches Lachen und plärrendes Geschrei.

Ich versehe Freunde mit Kindern mittlerweile präventiv mit Kinderemojis, für jedes Kind einen, so dass ich auf den ersten Blick sehe, wen ich wochendnah gar nicht erst anrufen brauche. Und alle paar Wochen bekomme ich eine neue Nachricht zugeschickt, unsere Anna/Wanja/Luise/Stefan/Horst * 32.13.2020, wiegt 12434542 g, gesund aber noch etwas wacklig auf den Beinen und ein Bild dazu, was eine uniforme Masse Speck mit zwei Schlitzen drin zeigt, die wohl Augen darstellen sollen. SÜSS!

Nicht dass ich hier falsch verstanden werde, ich liebe Kinder, vor allem die Schlauen. Deshalb weiß ich auch erst, ob ich sie mag, wenn sie einigermaßen reden können und dann finde ich es geil, wenn sie Sachen sagen, die auch mein Großvater hätte sagen können. Das finde ich SÜSS!

Falls ich irgendwann Kinder bekommen wollen werde, dann könnt ihr euch jedenfalls auf was gefasst machen. Es wird die subversivste Babyinformationspropaganda ever und ihr werdet euch wünschen, dass ich das Kinde nur angezog’n hätt‘ wie Adolf..!

Bis dahin könnt ihr gerne noch etwas nachbumsen, ich komme schon klar mit den Kleinen, schlafe schließlich selbst in Fötusstellung.

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dienstag: die öffentliche meinung

Go away Mr. T.!

Dear Mr. T.,

Rarely has there been a person in human history that was less fit for a job. Compare it with a blind gardener that is running a nuclear power plant and you are still worse. But you made it without getting fired. What a surprise! They just didn’t prolong your contract.

You are a good example for the fact that money is overly important in this world. And you are a good example for the fact that power is harmful if you have no sense for human decency, no empathy and only your own good is on your mind.

But you are a good entertainer, I must admit that. And you really have funny hair!

I’m so glad this global nightmare is ending now and I wouldn’t be surprised if you spend some time in a proper prison cell or on some boring island in the Caribbeans. The new Napoleon, banned and broke?

But please:

Go away Mr. T. and never come back!